Muelltrennung

Mülltrennung und Recycling: Müll trennen – klar, aber wie?

30. November, 2018

Im Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetzt in Kraft. Es gibt vor, dass Verpackungsabfälle vorrangig vermieden werden sollen. Ist dies nicht möglich, stehen die ordnungsgemäße Erfassung nach Gebrauch und das Recycling im Vordergrund. Ziel ist es, die Recyclingquote zu erhöhen. Bis zum Jahr 2022 sollen dadurch Kunststoffverpackungen zu 63 Prozent wiederverwertet werden. Die bisherige Recyclingquote liegt gerade einmal bei 40-50 Prozent.

Recht gut funktioniert dagegen das Recycling von Glas oder Papier, hier liegt die reale Recycling-Quote bei etwa 80 Prozent.

Besuch einer Müllsortierungsanlage

Um einen Einblick zu gewinnen wie die Mülltrennung heutzutage abläuft, war unser Produktmanagement-Team dieses Jahr in Nordrhein-Westfalen bei einer der modernsten Müllsortierungsanlagen. Hier wird der Gelbe Sack/die Gelbe Tonne sortiert. Es wird nach Gewicht, Form, Material und unter anderem mittels Infrarotlaser in unterschiedliche Plastik-Kategorien geordnet.

Allerdings können Sortieranlagen nicht alles genau erfassen, so kommen sie mit manchen Fehlwürfen nicht gut klar. Wenn Kunststoffe mit unbrauchbaren Materialien wie Pappe oder Papier verbunden sind, müssen Menschen nachsortieren.

So ist es besonders wichtig, dass bereits zu Hause so gut es geht getrennt wird und der Müll den richtigen Tonnen zugeordnet wird.

Doch welcher Müll kommt denn nun in welche Tonne?

Mülltrennung hört sich zunächst einmal simpel an, doch oft kann man nicht so einfach unterscheiden, in welche Tonne welcher Müll entsorgt werden muss. Wussten Sie zum Beispiel, dass schwarze Plastikflaschen aussortiert werden, obwohl sie doch in den Gelben Sack gehören? Die Infrarotlaser können diese nicht richtig erfassen.

Deswegen haben wir nachfolgend ein paar Tipps zu den jeweiligen Müll-Arten:

Tipps zum Recycling von Plastikmüll

  • In den gelben Sack gehört Verpackungsmüll wie Plastikbecher, Konservendosen, Styroporschalen, Plastiktüten und –flaschen. Aber auch Gebrauchsgegenstände wie Plastikschüsseln  und Spielzeug. Töpfe, Werkzeug und Besteck kommen ebenfalls in die Gelbe Tonne.
  • Fehlwürfe wie Restmüll, Windeln, alte Fußbälle oder Textilien sind nicht recycelbar und werden aufwendig aussortiert und anschließend verbrannt und dabei thermisch verwertet.
  • Dabei müssen Sie nicht auf den Grünen Punkt achten, auch Kunststoffe ohne diesen kommen in den Gelben Sack / die Gelbe Tonne.
  • Schwarze Verpackungen werden von der Sortieranlage gar nicht erst erkannt. Auch diese werden aussortiert und dann verbrannt. Am besten Sie vermeiden den Kauf.
  • Tetrapack-Getränkeverpackungen bestehen in der Regel aus Pappe, Plastik und reinem Aluminium und werden immer über den gelben Sack entsorgt. Allerdings wird ein Großteil der Verbundstoffe zu Ersatzbrennstoffen verarbeitet.
  • Sie brauchen leere Verpackungen nicht ausspülen: Der Müll wird ohnehin in den Anlagen gereinigt, das eigenhändige Ausspülen belastet die Umwelt daher unnötig. Leichte Rückstände dürfen drin bleiben, man spricht dabei von löffelrein.
  • Joghurtbecher sollten Sie am besten in ihre Einzelteile zerlegen (Deckel ganz abziehen) und einzeln im gelben Sack entsorgen, nicht ineinanderstecken.
  • Auch bei Joghurtbechern mit Papierschale, sollten Sie das Papier abtrennen und im Altpapier entsorgen. Ebenso bei Brötchentüten mit Sichtfenster oder bei Briefumschlägen.
  • Bei Verpackungen mit unterschiedlichen Plastikfolien, wie zum Beispiel bei Käse- und Wurstverpackungen, sollten Sie auch Deckel und Schalen getrennt entsorgen. Noch besser: Sie kaufen die Wurst- und Käsewaren direkt an der Theke.

Tipps zum Bio-Müll

  • In die Bio-Tonne kommen alle Lebensmittelabfälle und Essensreste, egal ob einheimisch oder exotisch, bio oder nicht bio wie Schalen, Kerne oder Reste von Obst, Gemüse und Nüssen. Auch gekochte Essensreste, zum Beispiel Knochen oder Fischgräten gehören in den Bio-Müll.
  • Kaffeesatz mit Filter, Tee und Teebeutel kommen ebenso in die Braune Tonne.
  • Aber auch Grünabfälle wie Blumen, Laub und Abschnitte von Sträuchern oder Gras werden im Bio-Müll entsorgt.
  • Den Bio-Müll am besten lose ohne Tüte sammeln. Feuchtere Abfälle können in Zeitungspapier gewickelt werden oder zur Not in eine Papier-Tüte.
  • Von Bio-Plastiktüten ist abzuraten. Diese werden zwar in den großen Kompostieranlagen zersetzt aber es entsteht kein Humus aus ihnen. Auch in den Biogasanlagen werden die Tüten aussortiert. Genauso wie sie auf dem heimischen Kompost nichts verloren haben, da hier die Temperaturen viel zu niedrig sind, als dass sie sich zersetzen würden.

Tipps zur Trennung von Glas

  • Glas wird oft getrennt gesammelt, es gibt Container für Weiß-, Braun- und Grünglas.
  • Blaues oder buntes Glas kommt mit in den Grünglascontainer, hier fällt die andere Farbe am wenigsten auf und verunreinigt die Glasfarbe nicht, wie z. B. in Weißglas.
  • Die Verschlüsse sollten Sie getrennt entsorgen, sie kommen meistens in die Gelbe Tonne.
  • Papieraufdrucke oder ähnliches müssen Sie nicht getrennt entsorgen, diese werden bei der Aufbereitung entfernt.
  • Nicht ins Altglas gehören Trinkgläser, Spiegel, Fensterglas, Porzellan oder Keramik und Glühbirnen bzw. Leuchtmittel. Diese verunreinigen das Glas so, dass keine neuen Flaschen daraus hergestellt werden können.

Tipps zum Altpapier

  • Die Trennung von Altpapier hört sich leicht an, doch auch hier sollten ein paar Punkte beachtet werden.
  • Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Bucher, Prospekte, Geschenkpapier und Kataloge gehören in die blaue Tonne.
  • Aber auch Eierkartons, Mehl und Zuckerpapiertüten.
  • Thermopapier wie zum Beispiel Kassenzettel oder Fahrkarten und Backpapier gehören allerdings in den Restmüll.
  • Genauso wie Küchenkrepp, Servietten und Taschentücher in wenig verschmutztem Zustand in die Bio-Tonne gehören. Sind sie stark verschmutzt sollten sie im Restmüll entsorgt werden.
  • Papiertüten sollten so lange es geht immer wieder verwendet werden, da sie in der Produktion sehr ressourcenintensiv sind.

Tipps zum Restmüll

In die Restmülltonne kommen alle anderen, nicht verwertbaren Stoffe, die keine Problemstoffe sind, wie zum Beispiel:

  • Asche
  • Kerzen
  • Windeln
  • Gummi
  • Fotos
  • Leder
  • Frittierfett
  • Glühbirnen (ABER keine Energiesparlampen!)
  • Hygieneartikel
  • Kehricht
  • Kohlepapier
  • Porzellan
  • Trinkgläser
  • Staubsaugerbeutel
  • Tapeten
  • Stoffreste
  • Lumpen
  • verschmutztes Papier
  • Zigarettenkippen
  • Tierstreu

Sondermüll

Einige Gegenstände dürfen aufgrund von enthaltenen Schadstoffen in gar keiner der oben genannten Mülltonnen entsorgt werden. Diese sollten zum Wertstoffhof oder zu anderen Sammelstellen gebracht werden.

  • Elektrogeräte sollten Sie zu Wertstoffhöfen bringen. Dort können sie ausgeschlachtet werden, da viele verarbeitete Materialien wieder verwendet werden können. Auch Elektromärkte müssen Geräte bis 25 cm Länge zurücknehmen, aber auch bei größeren Geräten können Sie einfach mal nachfragen.
  • Batterien werden überall zurückgenommen, wo sie auch verkauft werden.
  • Medikamente dürfen auf keinen Fall über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt werden, da diese sonst das Wasser verunreinigen. Besser bei Apotheken zurückgeben oder in den Restmüll entsorgen, die Verpackung der richtigen Tonne zuführen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen *