Mengenausgleich Kakao

Was bedeutet „Kakao mit Mengenausgleich“ auf den Kakaos?

29. August, 2018

Immer wieder ist der Begriff „Mengenausgleich“ auf den Verpackungen von Kakaos oder Zucker zu finden. Auch bei unseren Fairtrade Kakaopulvern und den Kakaogetränken steht der Satz „Kakao mit Mengenausgleich“. Doch was bedeutet das eigentlich?

Mengenausgleich bei Rohstoffen wie Kakao bedeutet, dass es aufgrund der Beschaffenheit des Rohstoffes möglich ist, dass Vermischungen mit Nicht-Fairtrade-Rohstoffen vorkommen können. Dies kann im Ursprungsland oder bei der Verarbeitung passieren. Besonders aus logistischen Gründen ist eine physische Trennung oft nicht möglich.

Dennoch werden an die Produzenten im Ursprungsland der Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie gezahlt. Wichtig ist hier, dass Naturata als Händler nur so viel Fairtrade-Kakao verkaufen kann, wie vorher auch an Rohstoffen eingekauft worden ist.
So profitieren die Kleinbauern der Projekte bei jedem Kauf des Naturata Kakaos. Die Rückverfolgbarkeit erfolgt in diesen Fällen indirekt über eine detaillierte Dokumentation, die von der Zertifizierungsorganisation FLOCERT kontrolliert wird. Diese führt strenge Überprüfungen der Dokumente durch, um sicherzustellen, dass die gleiche Menge von Fairtrade‐Rohstoffen gekauft und verkauft wurde und verfolgt auf diese Weise die Menge durch die gesamte Lieferkette hindurch.

Was bedeutet direkte Rückverfolgbarkeit?

Rückverfolgbarkeit bedeutet, dass das Produkt 1:1 von Fairtrade stammt. Die einzelne Zutat wird in jeder Phase der Produktion von Nicht-Fairtrade-Rohstoffen getrennt weiterverarbeitet. Das ist vor allem bei Kaffee, Bananen, Rosen oder Reis der Fall.

Warum ein Mengenausgleich?

Der Mengenausgleich wird gestattet, damit die Rohstoff-Produzenten trotzdem am Fairtrade-System teilnehmen können.

Wäre die Rückverfolgbarkeit für alle Fairtrade-Produkte Pflicht, könnten manchen Produzenten dadurch Nachteile entstehen, die bis zum Marktausschluss führen. Sie könnten dann nicht mehr am Fairtrade-System teilnehmen.
Teilweise würde sich auch die Umweltbilanz verschlechtern, da durch die direkte Rückverfolgbarkeit der Fairtrade-Rohstoffe diese immer getrennt von den anderen Rohstoffen sein müssen und so zum Beispiel mehr LKWs fahren müssten. Ein finanzieller Ausfall entsteht, wenn Firmen, die die Rohstoffe weiterverarbeiten, nicht zwei separate Produktionsstraßen haben. Hier müssten die Maschinen zu lange still stehen, um die Produktionsstraße komplett zu säubern.

Eine Vermischung erfolgt auch dann zwangsläufig, wenn kleinere Produzenten nicht genug Rohstoff für eine Fabrikations-Charge liefern können und der übrige Platz mit Rohstoffen aufgefüllt wird, der von Nicht-Fairtrade-Erzeugern stammt

Wenn auch für diese Fälle physische Rückverfolgbarkeit verlangt würde, wäre es möglich, dass die Bauern und Arbeiter ihre Produkte nicht mehr unter Fairtrade-Bedingungen verkaufen könnten.

Der Mengenausgleich ist also für Fairtrade-Produzenten ein wichtiges Instrument der Armutsbekämpfung und besonders wichtig für kleinere Produzentenorganisationen.

Das Video von Fairtrade erklärt den Begriff „Mengenausgleich“ sehr anschaulich:

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