Verpackungen im Vergleich: Unsere Case Study zur Ökobilanz
Verpackungen sind in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus von Verbraucherinnen und Verbrauchern gerückt. Dabei spielen unter anderem Materialeinsatz, Wiederverwendbarkeit, Recycling und die mit der Herstellung und dem Transport verbundenen Umweltauswirkungen eine Rolle. Auch für Naturata stellt sich deshalb die Frage, welche Verpackungslösungen die unterschiedlichen Anforderungen an Produktschutz, Lebensmittelsicherheit und Nutzung möglichst gut miteinander verbinden.
Wozu überhaupt Verpackungen?
Nicht alle Produkte können verpackungsfrei produziert und transportiert werden. Verpackungen übernehmen wichtige Funktionen: Sie schützen Produkte, tragen zu deren Haltbarkeit bei und informieren über Inhaltsstoffe, Allergene, Verwendung und vieles mehr.
Doch welche Verpackungsmaterialien eignen sich für diese Anforderungen und wie unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen?
Unsere Fallstudie mit thinkstep
Als Grundlage für Verpackungsentscheidungen haben wir gemeinsam mit thinkstep eine Fallstudie durchgeführt. Im GaBi Packaging Calculator wurden dazu vier verschiedene Verpackungsvarianten für unseren Getreidekaffee untersucht. Das webbasierte Programm wurde dafür entwickelt, Ökobilanzen zu erstellen und alternative Verpackungsdesigns miteinander zu vergleichen.
Verglichen wurden eine Weißblechdose, ein Glasgefäß, eine aluminiumbedampfte Pappdose sowie eine Nachfüllvariante mit Polypropylenbeuteln.
Bei der Analyse wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt. Dazu gehörten unter anderem die Rohmaterialherstellung, die eingesetzten Materialien, die Wiederverwendbarkeit der Verpackungen sowie verschiedene Umweltauswirkungen. Darüber hinaus flossen Anforderungen an Produktschutz und Nutzung in die Bewertung ein.
Viele Anforderungen an eine Verpackung
„Neben den Umweltauswirkungen der Verpackung stehen für uns die Qualität unserer Produkte sowie deren Haltbarkeit und die Lebensmittelsicherheit im Fokus. Das bedeutet für unsere Produktmanagerinnen, dass sie viele verschiedene Kriterien berücksichtigen müssen, um schließlich eine geeignete Lösung zu finden“, sagt Liane Maxion, alleinige Vorständin der Naturata AG.
Hinzu kommt, dass Verpackungen funktionale und gestalterische Anforderungen erfüllen und alle gesetzlich vorgeschriebenen Produktinformationen enthalten müssen. Auch ökonomische Aspekte werden bei der Auswahl und Gestaltung einer Verpackung berücksichtigt. Betrachtet werden beispielsweise die eingesetzten Materialien, Transportwege sowie Anforderungen bei Abfüllung und Verarbeitung.
Was will der Kunde?
Auch die Kundenperspektive spielt bei der Auswahl einer Verpackung eine Rolle. Insbesondere Kunststoffverpackungen werden von Verbraucherinnen und Verbrauchern teilweise kritisch wahrgenommen. Neben den messbaren Eigenschaften einer Verpackung müssen deshalb auch Anforderungen und Erwartungen bei der Nutzung berücksichtigt werden.
Verschiedene Verpackungsmaterialien im Test
Die vier untersuchten Verpackungsalternativen für unsere Getreidekaffees wurden unter anderem hinsichtlich ihres CO₂-Fußabdrucks, des Wasserverbrauchs und weiterer Wirkungskategorien miteinander verglichen.
Dabei zeigte sich, dass keine der untersuchten Verpackungslösungen in allen betrachteten Kategorien gleichermaßen gut abschneidet.
Beim untersuchten Wasserverbrauch erzielte beispielsweise das Glasgefäß das beste Ergebnis. Darüber hinaus weist Glas eine hohe Recyclingquote auf.
Bei der Betrachtung des Wertstoffkreislaufs erzielte dagegen die Weißblechdose gute Ergebnisse. Weißblech weist laut der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung eine hohe Recyclingquote auf. Ein weiterer Faktor ist das vergleichsweise geringe Gewicht der Dose, das sich auf die transportbedingten CO₂-Emissionen auswirkt.
Beim in der Fallstudie berechneten CO₂-Fußabdruck erzielte wiederum die untersuchte Pappdose unter den vier betrachteten Verpackungsvarianten das beste Ergebnis.
Die Nutzungsdauer ist entscheidend
Werden häufige Wiederverwendungszyklen – in der Untersuchung bis zu 100 Nutzungen – einbezogen, verändern sich die Ergebnisse. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Verpackungsvarianten verringern sich dadurch deutlich.
Die Nutzungsdauer einer Verpackung ist deshalb ein wichtiger Faktor bei ihrer Bewertung. Verpackungen, die für eine wiederholte Nutzung geeignet sind und tatsächlich mehrfach verwendet werden, können dadurch in der Gesamtbetrachtung anders abschneiden als bei einer einmaligen Nutzung.
Ergebnisse der Studie
Unter Einbeziehung der in der Studie angenommenen Wiederverwendungszyklen erzielte der Nachfüllbeutel in der Gesamtbetrachtung der untersuchten Wirkungskategorien gute Ergebnisse. Gleichzeitig stellt sich bei dieser Verpackungsart die praktische Frage, ob Verbraucherinnen und Verbraucher den Kaffee direkt aus dem Beutel verwenden oder ihn in ein anderes Gefäß umfüllen.
Für Naturata ergab sich daraus die Kombination aus Weißblechdose und Nachfüllbeutel als geeignete Lösung: Die Dose kann mehrfach genutzt und anschließend mit dem separat erhältlichen Beutel wieder aufgefüllt werden.
Unser Fazit
„Aufgrund der berechneten Ergebnisse und der Schlussfolgerungen zu Haltbarkeit, potenzieller Nutzungsdauer und Kundenerwartungen haben wir uns entschieden, weiterhin die Weißblechdose zu verwenden. Durch die detaillierte Analyse in der Fallstudie mit thinkstep wurde deutlich, dass verschiedene Wirkungskategorien berücksichtigt werden müssen und eine Verpackung je nach betrachtetem Kriterium unterschiedlich abschneiden kann“, so Jasmin Ade, Produktmanagerin bei Naturata.
Keine der untersuchten Verpackungsarten erzielte in allen analysierten Wirkungskategorien das beste Ergebnis.
Warum kein Bioplastik?
Kompostierbare beziehungsweise biologisch abbaubare Kunststoffe benötigen bestimmte Bedingungen, um sich innerhalb vorgesehener Zeiträume abzubauen. Dazu gehören unter anderem geeignete Temperaturen, Sauerstoffverfügbarkeit und Feuchtigkeit.
Ob entsprechende Kunststoffe für die biologische Abfallbehandlung geeignet sind, hängt daher von Material, Zertifizierung und den Bedingungen der jeweiligen Entsorgungsanlage ab. Die Bezeichnung „biologisch abbaubar“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Verpackung über die Biotonne entsorgt werden darf.
Ausblick: Nutzung und Kommunikation
Die Fallstudie zeigt, wie stark die Bewertung einer Verpackung von den jeweils betrachteten Wirkungskategorien und ihrer tatsächlichen Nutzung abhängt.
Naturata verfolgt deshalb das Ziel, Verpackungsmaterial dort zu reduzieren, wo dies unter Berücksichtigung von Produktschutz, Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit möglich ist. Bei wiederverwendbaren Verpackungen spielt außerdem die tatsächliche Nutzungsdauer eine wichtige Rolle.
Deshalb ist auch die Kommunikation mit Verbraucherinnen und Verbrauchern relevant: Wie ist eine Verpackung vorgesehen und wie kann sie möglichst lange genutzt werden?
Beim Naturata Getreidekaffee ist die Weißblechdose für die mehrfache Nutzung vorgesehen und kann mit dem separat erhältlichen Nachfüllbeutel wieder aufgefüllt werden. Wie häufig die Dose tatsächlich wiederverwendet wird, beeinflusst entsprechend auch die Gesamtbetrachtung der Verpackung.






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