Jubiläumsspecial: Portrait NATURATA Köln

28. Oktober, 2016

1976 reifte die Idee heran, die Naturkosteinzelhändler zuverlässig mit hochwertigen Lebensmitteln in Bio- und Demeter-Qualität zu versorgen – die Geburtsstunde von NATURATA. Denn die noch relativ neu gegründeten Naturkostläden erkannten, dass sie ihr Angebot ausweiten müssen, um am Markt erfolgreich zu sein. Aus diesem Bedürfnis heraus entstanden die ersten Großhandels- und Import-Unternehmen und so auch NATURATA: Daniel Trenkle und Jochen Robrand, beide Inhaber eines Naturkostladens, gründeten die NATURATA eG als  Großhandelsunternehmen mit anthroposophischem Background.
Unabhängig  davon wurden einige NATURATA-Naturkostläden gegründet. Diese wirtschaftlich unabhängigen Firmen schlossen sich in einem  „NATURATA-Arbeitskreis“ zusammen und der Name „NATURATA“ wurde rechtlich geschützt.
Was alle vereint? Der anthroposophische Hintergrund der NATURATA-Idee: Ziel ist es, im Einklang mit der Natur in gerechten, sozialverträglichen Marktprozessen zu arbeiten.

Einer der ersten NATURATA-Läden wurde in Köln gegründet. Der Laden im schönen Stadtteil Sülz ist seit jeher als gut sortierter Bioladen bekannt. Für unser Jubiläumsspecial haben wir dem Geschäftsführer Lutz Größel ein paar Fragen rund um das Unternehmen gestellt:

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Herr Größel, NATURATA Köln wurde vor über 30 Jahren aus dem Umfeld des anthroposophischen Lesekreises und der Waldorfschule in Köln gegründet. Im Oktober 1982 eröffnete Ihre Mutter Helga Größel zusammen mit Wiltrud Weber die NATURATA-Filiale in Köln-Sülz. Sie stiegen 1994 in die Firma ein. Wie ging es nach der Gründung weiter? Im Laufe der Zeit kamen ja noch mehr Läden dazu.
Ende der 80er Jahre kam ein Schuhgeschäft mit Öko-Schuhen hinzu. Da diese nicht gut liefen, wurde daraus ein Naturtextilladen für Erwachsene.
1995 zogen wir im Viertel an einen besseren Standort um und, weil das so gut funktionierte, zogen wir 2002 noch einmal um.
1995 wurde auch die erste Filiale in Hürth eröffnet. Das Geschäft war aber zu klein, um als Filiale geführt zu werden, und wurde dann abgegeben. Es existierte jedoch noch bis Ende der 90er Jahre.
2004 wurde NATURATA City eröffnet und 2005 kam die Filiale in den Köln Arcaden hinzu, welche nach langen drei Jahren wieder geschlossen wurde. Dann wurde NATURATA City vergrößert auf circa 1200 qm.
2011 kam schließlich Siegburg hinzu.

Inzwischen bieten Sie sogar einen regionalen Hausbelieferungsservice an, der sich großer Beliebtheit erfreut und bei dem Sie ab einem geringen Mindestbestellwert ohne Aufpreis im eigenen Kühltransporter Ware in die Haushalte liefern. Ihre Mitarbeiter erhalten ein Jobticket, Sie haben Solaranlagen installieren lassen, um einen Teil grünen Strom selbst zu erzeugen, Sie spenden nicht mehr verkäufliche Ware an Tafeln und legen Wert auf eine gute Ausbildung in Ihren Läden. Was hebt NATURATA-Läden noch von anderen Bioläden ab?
NATURATA Köln empfindet sich als Pionier und ist ständig auf der Suche nach ökologischen, nachhaltigen Produkten und Themen wie zum Beispiel Bruderhahn, fair breeding etc.

Man merkt, dass Sie Ihre Aufgabe darin sehen, eine innovative ökologische Firma zu sein, die für alle Beteiligten nachhaltig und gesund ist und Freude bereitet. Was ist Ihnen für die Zukunft wichtig? Welche Message möchten Sie in die Welt tragen?
Bewusst gelebte Demokratie entscheiden wir alle mit unserem Portemonnaie. Also kann unser Konsum die Welt maßgeblich verändern. Möchten wir zum Beispiel keinen Atomstrom mehr, so sollten wir alle Öko-Strom kaufen und der Markt regelt auf einmal etwas im positiven Sinne.

lutz-groessel_80erWas war Ihr persönliches NATURATA-Highlight?
Das kann ich gar nicht mehr genau sagen. Das erste Mal ausschlafen? Der erste Urlaub? Dass ich an meinem 40. Geburtstag zum ersten Mal keine Inventur machen musste?

Herr Größel, Sie scheinen ein sehr lebensfroher Mensch zu sein, ein Querdenker, der gerne andere, neue Wege geht und dem es wichtig ist, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Wir stellen uns vor, dass es einige lustige Momente in den letzten Jahren gab  (aber sicher auch einige Stolpersteine). Fällt Ihnen eine witzige Anekdote aus der Anfangszeit ein?
Die Anfangszeit kann man sich gar nicht mehr so richtig vorstellen. Wir sind viel mit unserem alten, klapprigen, rostigen Lieferwagen durch die Gegend gefahren. Einmal hatten wir gerade eine große Menge Federweißer abgeholt, von dem dann fünf Liter im Transporter ausgelaufen sind. Dort hat er weiter gegärt und zwei Wochen später kam ich in eine Polizeikontrolle. In dem Fahrzeug stank es noch ewig nach Alkohol.
Den Federweißen haben wir damals noch mühsam von Hand in Flaschen abgefüllt, um ihn verkaufen zu können – was übrigens bei fast allem so war. Heute ist die Warenbeschaffung viel einfacher, man tippt es in die EDV ein und am nächsten Tag steht alles im Laden.

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Haben Sie ein NATURATA-Lieblingsprodukt?
Ja, ich liebe das Kretaöl. Das Olivenöl aus Kreta brauche ich selbst in großen Mengen und weil wir dieses Produkt unterstützen wollen und es für 6,99 € verkaufen, kaufen es auch die Kunden in großen Mengen.

Lieber Herr Größel, vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Ihnen und NATURATA Köln alles Gute für die Zukunft!

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